Heute war es dann endlich so weit. Ich hatte beim Veterinäramt Recklinghausen mein Prüfungsgespräch um eine Erlaubnis als Hundetrainer nach §11 Abs 1 Nr. 8f TSchG zu erhalten.

Um es kurz zu machen: ich habe heute diese Erlaubnis erhalten und Best Friends Castrop/Bochum wird es in dieser Form damit natürlich weiter geben.

 

Diese Erlaubnispflicht besteht in Deutschland seit dem 01. August 2014 und wird vom zuständigem Veterinäramt ausgestellt. Dort muss man einen Antrag stellen, dem alle Nachweise für kynologische Ausbildungen, Seminare, Fortbildungen und Tätigkeiten in diesem Bereich beigefügt werden.

 

In meinem Fall ist dies eine Ausbildung bei Silvia Weber, eine 4jährige Tätigkeit im Tierheim Castrop-Rauxel und diverse Wochenendseminare.

 

Die Erlaubnis ist vorerst auf drei Jahre erteilt und kann danach verlängert werden. In dieser Zeit habe ich die Pflicht mich weiter fortzubilden.

 

Thematisch ging es in dem Prüfungsgespräch um:

 

  1. Biologie des Hundes

 

-              Anatomie des Hundes

-              motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten

-              Fortpflanzung (Verhalten Rüden/Hündin, Zyklus, Trächtigkeit, Geburt)

-              Individualentwicklung (Ontogenese)

-              Verhaltensbiologie

-              Soziale Organisation (Rangordnung, Sozialverhalten)

-              Ausdrucksverhalten (Kommunikation mit Artgenossen und Menschen)

-              Spielverhalten

-              Aggressionsverhalten

-              Jagdverhalten

-              Domestikation (domestikationsbedingte Veränderungen)

-              Rassekunde (Eignungen und rassespezifisches Verhalten)

 

 

  1. Aufzucht, Haltung, Fütterung und allgemeine Hygiene

 

-              Grundlagen der Hygiene

-              Grundlagen der Zucht, Haltung, Ernährung und Pflege des Hundes

-              Erkennen von Abweichungen (anatomisch, physiologisch)

-              Welpenentwicklung (Sozialisation und Habituation)

 

 

  1. häufige Erkrankungen des Hundes, medizinische Prophylaxe/Versorgung

 

-              Verletzungen, Erste Hilfe, Notfallmaßnahmen

-              wichtige Infektionskrankheiten, wie z.B. Staupe, Parvovirose, Tollwut, Zwingerhusten

-              Impfungen und Gesundheitsprophylaxe

-              Endo- und Ektoparasitosen

-              häufige Erkrankungen (Bewegungsapparat, Stoffwechselerkrankungen, altersbedingte Einschränkungen etc.)

 

 

  1. einschlägige tierschutzrechtliche und sonstige Bestimmungen

 

-              Tierschutzgesetz / Tierschutz-Hundeverordnung

-              Sonstige Hunde betreffende Rechtsbereiche (z.B. StVO, BGB (Haftpflicht), bundes- und landesrechtliche Regelungen zu gefährlichen Hunden)

 

 

  1. Ausbildung, Training

 

-              Lernverhalten (Lernformen, klassische Konditionierung, operante/instrumentelle Konditionierung, formales, soziales Lernen)

-              Kommunikation ( Ausdrucksverhalten des Hundes, andere Kommunikationsformen des Hundes, Hund-Mensch-Kommunikation,
               Mensch-Hund-Kommunikation )

-              tierschutzgerechte und tierschutzwidrige Erziehungsmethoden

-              altersspezifische Ausbildung (v.a. Welpen)

-              angemessene Beschäftigung und Auslastung von Hunden (rassespezifisch, altersgemäß)

-              Trainingsgestaltung (Ablauf, Aufbau etc.)

-              Angst- und Aggressionsverhalten sowie Angst- und Aggressionsvermeidung im Alltag/in der Hundeausbildung, Ursachen, Entstehung und
               Korrektur von Meide - und Abwehrverhalten

-              Stress bei Hunden (Physiologie des Stressgeschehens, Stressvermeidung und Stressmanagement, Auswirkungen von Stress im Alltag und in der
               Hundeausbildung)

-              Erkennen und Korrigieren unerwünschten Verhaltens, Verhaltensstörungen (z.B. Bellen, Zerstören, Trennungsangst, stereotypes Verhalten)

-              Hundesport (Sparten, Trainingsvoraussetzungen)

 

 

  1. ausreichende Fähigkeiten im Umgang mit Hund und Halter

 

-              Kommunikation zwischen Trainer und Hundehalter (Didaktik, Vermittlung von Lerninhalten und Aufbau von Trainingsaufgaben)