Qualzucht – wenn Schönheit krank macht

Schönheit liegt im Auge des Betrachters - der Spruch ist  gerade im Bereich der Hundezucht  mehr als treffend. Denn wenn man sich auf Hundeausstellungen umsieht und  beobachtet was der Mensch aus dem ursprünglichen Modell des ausdauernden Beutejägers im Lauf der Domestikation gemacht hat, dann mögen tatsächlich Zweifel am ästhetischen Bewusstsein mancher  Hundezüchter aufkommen. 

Wenn es nur äußerliche  Merkmale wären, die dem  Schönheitsbewusstsein des Durchschnittsmenschen zuwider laufen, könnte man  die Achseln zucken und  seiner Wege gehen. Es sind aber nicht nur Äußerlichkeiten, die Hunde mancher Rassen auffallen lassen. In vielen Fällen wird das, was  Liebhaber betroffener Rassen schön finden, mit massiven Beeinträchtigungen der Gesundheit und des Wohlbefindens der  Hunde erkauft.    Und letztlich auch mit dem Geld der Hundebesitzer, denn viele Hunde aus extrem gezüchteten Rassen benötigen teure und aufwändige  tierärztliche Behandlungen  damit ihre Lebensqualität zumindest in einem erträglichen Bereich liegt.  Und es ist nicht von ungefähr dass – zumindest auf dem Papier – Zuchtmethoden verboten sind, die mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen  der Zuchttiere bzw. ihrer Nachkommen verbunden sind.

Das Seminar gibt einen  ausführlichen Einblick in den Themenbereich Qualzucht, informiert über tierschutzrelevante  Rassemerkmale und  Ansatzpunkte zur Lösung des Problems

Seminarinhalte:

  • Tierschutzrelevante Tierzucht – Verbot der Tierquälerei
  • Gesetzliche Aspekte
  • Entstehung und Veränderung von Rassen – funktionelle Aspekte bestimmter Rassemerkmale
  • Klinische Aspekte von Extremmerkmalen – was tut man den Hunden an
    • Atemnot
    • Bewegungsanomalien
    • Lahmheiten
    • Hautveränderungen
    • Augenerkrankungen
    • Neurologische Erkrankungen
    • Taubheit
    • Geburtsprobleme
  • Auswege: Verantwortung der Formwertrichter, der Züchter, der Verbände, der Käufer

    Die Referentin:

    Dr. Irene Sommerfeld-Stur ist eine der bekanntesten Expertinnen in Sachen Hundezucht. Sie hat an der damaligen Tierärztlichen Hochschule in Wien Veterinärmedizin studiert, 1973 ihr Studium abgeschlossen, 1975 promoviert und 1985 für das Fach Tierzucht und Genetik habilitiert. Seit dem Abschluss ihres Studiums bis zu ihrem Ruhestand im Juni 2012 hat sie am Institut für Tierzucht der Veterinärmedizinischen Universität gearbeitet.

    Im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Veterinärmedizinischen Universität war sie an zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen als Autorin oder Co-Autorin beteiligt, hat viele Vorträge gehalten und eine große Zahl von Dissertationen, Diplom- und Bachelorarbeiten betreut.

    Sie ist Autorin des Standardwerkes "Rassehundezucht - Genetik für Züchter und Halter" und hält im In- und Ausland Seminare zu den Themen Hundezucht und Genetik.

Foto Henk, Stockerau